Demenzprävention: Viele Risikofaktoren sind beeinflussbar

Unsere Lebensweise beeinflusst auch die Gesundheit des Gehirns. Forschungsergebnisse zeigen, dass verschiedene Faktoren – von Bewegung und Ernährung über soziale Kontakte bis zur Behandlung gesundheitlicher Risikofaktoren – dazu beitragen können, das Risiko für Demenz zu senken und die Hirngesundheit zu stärken.

Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen: Ein beträchtlicher Teil der Demenzerkrankungen hängt mit beeinflussbaren Risikofaktoren zusammen. Ein gesunder Lebensstil und günstige soziale Rahmenbedingungen können deshalb einen wichtigen Beitrag leisten, die Hirngesundheit zu erhalten und das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen zu senken.

Bewegung fördert die Hirngesundheit

Eine zentrale Rolle spielt dabei die körperliche Aktivität. Regelmässige Bewegung verbessert die Durchblutung des Gehirns, unterstützt wichtige neurobiologische Prozesse und fördert die Bildung neuer neuronaler Verbindungen. Bereits moderate Bewegung im Alltag – etwa Spazieren, Velofahren, Schwimmen oder Tanzen – kann positive Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit haben.

Ernährung und Gehirn: Die mediterrane Ernährungsweise

Auch die Ernährung beeinflusst die Hirngesundheit. Besonders gut untersucht ist die mediterrane Ernährungsweise mit viel Gemüse, Früchten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch. Sie liefert wichtige Nährstoffe und wirkt sich positiv auf Gefässe und Stoffwechsel aus. Damit unterstützt sie Faktoren, die eng mit der Entstehung von Demenzerkrankungen verbunden sind.

Geistig aktiv bleiben und soziale Kontakte pflegen

Neben Bewegung und Ernährung spielen auch geistige Aktivität und soziale Teilhabe eine wichtige Rolle. Wer sein Gehirn regelmässig fordert – etwa durch Lesen, Musizieren, Lernen oder kreative Tätigkeiten – stärkt kognitive Fähigkeiten und fördert die sogenannte kognitive Reserve.

Ebenso wichtig sind soziale Kontakte. Gespräche, gemeinsame Aktivitäten oder Engagement in Vereinen und Gemeinschaften halten das Gehirn aktiv und wirken Einsamkeit entgegen, die mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen verbunden ist.

Schlaf, Stress und Herz-Kreislauf-Gesundheit

Weitere wichtige Einflussfaktoren betreffen die allgemeine Gesundheit. Ein erholsamer Schlaf unterstützt die Regeneration des Gehirns, während chronischer Stress langfristig negative Auswirkungen haben kann.

Auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit spielt eine zentrale Rolle: Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte können die Gefässe schädigen und damit auch die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen.

Hör- und Sehvermögen: Sinnesbeeinträchtigungen früh erkennen

Zunehmend wird deutlich, dass Sinnesbeeinträchtigungen wie Hörverlust oder eingeschränktes Sehvermögen zur Entwicklung von Demenz beitragen können – insbesondere dann, wenn sie unbehandelt bleiben. Frühzeitige Abklärungen und geeignete Hilfsmittel können helfen, soziale Teilhabe und geistige Aktivität zu erhalten.

Wenn Gedächtnisprobleme andere Ursachen haben

Wichtig ist auch die sorgfältige Abklärung von Gedächtnisproblemen. Nicht alle kognitiven Veränderungen im Alter sind Ausdruck einer Demenz. Auch Depressionen oder andere psychische Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen.

Darüber hinaus können beispielsweise ein Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenerkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten zu kognitiven Beschwerden führen. Solche Ursachen sind häufig behandelbar.

Der Konsum von Suchtmitteln kann die Hirngesundheit ebenfalls beeinträchtigen. Insbesondere Rauchen und ein hoher Alkoholkonsum stehen mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen in Zusammenhang. Präventive Massnahmen zur Reduktion dieser Risikofaktoren sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsförderung.

Ganzheitliche Demenzprävention

Internationale Forschungsarbeiten – unter anderem der Bericht der Lancet Commission zur Demenzprävention – zeigen, dass mehrere dieser Faktoren gemeinsam einen grossen Einfluss haben können. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Bewegung, Ernährung, soziale Teilhabe, psychische Gesundheit und die Behandlung medizinischer Risikofaktoren berücksichtigt, bietet ein erhebliches Potenzial für die Prävention.

Demenz lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Doch viele Faktoren, die unsere allgemeine Gesundheit stärken, unterstützen zugleich die Gesundheit des Gehirns. Gesundheitsförderung und Prävention leisten deshalb einen wichtigen Beitrag, um die kognitive Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten.

Informationen, Angebote, Beratung

Informationen zur Demenzprävention
Weitere Informationen rund um die Prävention von Demenz finden Sie bei Alzheimer Schweiz.

Gesundheitsförderung im Alter
Das Amt für Gesundheitsvorsorge stellt verschiedene Informationen sowie Angebote zur Gesundheitsförderung im Alter bereit. Beispielsweise unterstützen wir Vorträge zu diversen Themen rund um Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit im Alter: Katalog Vorträge

Beratung und Begleitung bei Demenz
Alzheimer St.Gallen und beider Appenzell engagiert sich für ein gutes Leben mit Demenz und bietet Beratung, Begleitung und viele weitere Angebote für Demenzbetroffene und ihre Angehörigen:
Tel. 071 223 10 46
www.alzsga.ch

Unterstützungsangebote bei Demenz
Angebote zur Unterstützung von Demenzbetroffenen und ihren Angehörigen finden Sie bei findhelp.ch (Filter Demenz/Alzheimer). Geben Sie Ihren Wohnort an, um die passenden Angebote zu erhalten.

 

Bildquelle: Gesundheitsförderung Schweiz / Peter Tillessen