Welttag ohne Tabak

Wenn aus Ausprobieren Abhängigkeit wird

Viele Jugendliche kommen über Vapes oder Snus erstmals mit Nikotin in Kontakt. Fruchtige Aromen und auffällige Designs lassen manche Produkte harmloser erscheinen, als sie sind. Der Welttag ohne Tabak vom 31. Mai macht darauf aufmerksam, wie schnell eine Nikotinabhängigkeit entstehen kann.

Eine Vape zum Ausprobieren, ein Snus im Freundeskreis oder ein Nikotinbeutel, der angeboten wird: Der erste Kontakt mit Nikotinprodukten geschieht häufig im Alltag. Was zunächst harmlos erscheint, kann sich mit der Zeit zu einer Gewohnheit entwickeln.

Der Einstieg erfolgt oft nebenbei

Wie schnell das geschehen kann, zeigt die Geschichte der 17-jährigen Lara aus dem Kanton St.Gallen. Sie begann zunächst gelegentlich zu rauchen und zu vapen. Lange war sie überzeugt: «Ich dachte, ich kann jederzeit aufhören.» Erst als sie ihre Vape einmal zu Hause vergass und den ganzen Tag unruhig war, wurde ihr bewusst, dass mehr dahintersteckte als eine Gewohnheit.

Wenn die Risiken unterschätzt werden

Nikotin kann abhängig machen – unabhängig davon, ob es über Zigaretten, Vapes, Snus oder Nikotinbeutel konsumiert wird. Viele der heute erhältlichen Produkte unterscheiden sich jedoch deutlich von klassischen Zigaretten.

Fruchtige oder süsse Aromen, auffällige Verpackungen und moderne Designs können dazu beitragen, dass sie als weniger problematisch wahrgenommen werden. Studien zeigen, dass der angenehme Geschmack für viele Jugendliche ein wichtiger Grund ist, Vapes oder Nikotinbeutel auszuprobieren. Gleichzeitig enthalten viele dieser Produkte Nikotin und können ein hohes Abhängigkeitspotenzial aufweisen.

Jugendliche in ihrer Lebenswelt erreichen

Um Jugendliche über Nikotinprodukte und deren Risiken zu informieren, braucht es Angebote, die ihre Lebenswelt berücksichtigen. Gemeinsam mit 13 weiteren Deutschschweizer Kantonen unterstützt der Kanton St.Gallen deshalb die Social-Media-Kampagne «CheckstDU?! – Snus».

In kurzen Videos auf TikTok und Instagram greifen Influencerinnen und Influencer das Thema aus ihrer eigenen Perspektive auf und regen zur Auseinandersetzung mit Snus, Nikotinbeuteln und deren Risiken an. Die Kampagne knüpft an die frühere Initiative «VapeCheck» an und erweitert den Fokus auf weitere nikotinhaltige Produkte.

Jeder Schritt zählt

Lara hat ihren Konsum inzwischen deutlich reduziert. Sie berichtet von weniger Husten, mehr Luft beim Sport und dem Gefühl, wieder mehr Kontrolle zu haben. Ihre Erfahrung zeigt: Veränderungen sind möglich, auch wenn sie Zeit brauchen.

Wer den eigenen Konsum reduzieren oder mit dem Rauchen beziehungsweise dem Konsum anderer Nikotinprodukte aufhören möchte, muss diesen Weg nicht allein gehen. Verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote können dabei helfen.

Weitere Informationen

Interview mit Lara

Rauchstopp mit Unterstützung

Informationen für Jugendliche

  • Auf sg.feel-ok.ch finden Jugendliche Informationen zu Vapes, Snus, Nikotinbeuteln und weiteren Nikotinprodukten.

Informationen für Fachpersonen

  • Auf be-freelance.ch stehen Unterrichtsmaterialien und weitere Grundlagen zum Thema Tabak und Nikotin zur Verfügung.

Angebote zum Rauchstopp

  • Weitere Informationen zum Rauchstopp und zur Tabak- und Nikotinentwöhnung bieten die Lungenliga Ost sowie HOCH Health Ostschweiz.
  • Mit dem NicotineFreeCoach steht zudem ein kostenloses WhatsApp-Programm für Personen ab 16 Jahren zur Verfügung. Es informiert über Vapes, E-Zigaretten, Nikotinbeutel, Snus und Tabakzigaretten und unterstützt dabei, den Konsum zu reduzieren oder ganz damit aufzuhören.